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Von Rübeland über Hüttenrode durchs Braunesumpftal nach Bast Michaelstein

Bezeichnung

Rübeland - Braunesumpftal - Bast Michaelstein

Lage

Oberharz bis Blankenburg

Länge

ca. 42 km

Art

Streckenwanderung

Höhenunterschied

ca. 300 m

größte Steigung

45 0/00 (Aufstieg Cattenstedt, 242 m ü.N.N - Ziegenkopf, 401 m ü.N.N )

Schwierigkeitsgrad

mittel schwer

Stationen

Rübeland, Krockenstein-Viadukt, Blauer See, Sportplatz Hüttenrode, Braunesumpf, Nordic-Walking-Park Blankenburg/Cattenstedt, Ziegenkopf, Albert Schneider Denkmal

Bemerkung

festes Schuhwerk erforderlich

Einleitung

Eigentlich hatte ich eine  Wanderung von Rübeland nach Blankenburg entlang der alten Trasse der Rübeland- bahn geplant. Doch aufgrund fehlerhafter Wanderkarten (”Offizielle  Wanderkarte - Harzer Wandernadel”,Maßstab 1:50.000, Ausgabe von 2008,  Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH, Nordhausen) wurde aus der geplanten Wanderung mit Bahnbezug von ca. 24 km eine Wanderung (fast) ohne Bahnbezug von 42 km, die ich in 9 Stunden bewältigte. Auch wenn die Wanderung  beinahe doppelt so lang wurde wie geplant, möchte ich die Erfahrung und  die Erlebnisse dieser Wanderung keines Falls missen. Für jeden Naturfreund und den Freunden des Bergbaus und der Steinbrüche ist es sicherlich eine  Wanderung, die die Mühen auf den Anstiegen lohnt. Aber lest selbst was  ich auf dieser, für mich einzigartigen Wanderung, erlebte.

Beschreibung der Wanderung

Da die Wanderung eine Tour ohne Rundwandercharakteristik war, fuhr ich am  Morgen gegen 9 Uhr nach Blankenburg, wo ich mein Auto am Rande des  Ortsteil Bast abstellte (ca. 10 Minuten Fußweg zum Bahnhof Michaelstein). Ein Bekannter brachte mich dann mit seinem Auto nach Rübeland. Punkt  10:00 Uhr war der Ausgangspunkt der Wanderung, der große Parkplatz am östlichen Ortsende von Rübeland in Richtung Hütten- rode, erreicht. Ca. 100 m vom Parkplatz entfernt überquert die Rübelandbahn die B27, während nach links die  alte Trasse in den ehemaligen Bahnhof von Rübeland, dem späteren Bahnhof Rübeland Gbf, abzweigt. Markant an  der Überführung ist das Gebäude. Direkt über dem dazugehörigen Grundstück führt die Brücke und spendet dem kleinen Garten viel Schatten. Auch ist interessant, dass dieses Gebäude, in dem heute ein "Künstler" wohnt und dieses restauriert, direkt am Felsen liegt.

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Nun ging es entlang der Straße, vorbei am Lokschuppen und dem alten Rübeländer Bahnhof  bis in Höhe des ehemaligen Sägewerks, dass zum RAW Halberstadt gehörte. 

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Hier überquerte ich die B27. Um nicht den großen Bogen durch Neuwerk auf der Straße wandern zu müssen, ging es hier über einen Treppenstieg  hinauf zum Haltepunkt Neuwerk.

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Entlang des Bahnsteigs ging es nun bis ca. 50 m vor dem Portal des Nebelsholztunnels. Auf der rechten Seite  befindet sich ein kleiner Trampelpfad, der hinauf auf den Berg über den Tunnel führt. Hier oben hält man sich rechts und folgt dem schmalen Pfad, der im Bogen auf die Seite des Tunnels führt, die zum  Krockenstein- Viadukt zeigt. Auf dem Weg dort hin hat man einen schönen Blick auf den Krockenstein und über Neuwerk.

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Rechter Hand führen Stufen, die bereits zugwachsen sind, hinab zum Portal des ehemaligen Bismarktunnels. Einige Wochen später wurden die Stufen, anlässlich einiger Baumaßnahmen am Viadukt, freigelegt.

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Von hieraus folgt man für 600m der ehemaligen Trasse bis zum Blauen See, der immer einen Blick wert ist.

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Der Weg führt weiter, vorbei an Reste eines Brückenkopfs, auf der alten Trasse bis zu Parkplatz "Blauer See".

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Am Parkplatz ging ich für ca. 50 m entlang der B27 bis kurz vor einer erneuten Bahnbrücke. Hier biegt man auf einen Feldweg nach links ab. Nach ca. 150 m wird aus dem Feldweg ein schmaler Trampelpfad, der über eine großere Wildwiese führt.

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Diesen Pfad folgte ich für ca. 1500 m, bis ich auf einen  landwirtschaftlichen Fahrweg stieß. Hier bog ich nach rechts ab. Nach  100 m, hinter einer Linkskurve erreichte ich den Bahnübergang bei km 11,1. Links vor dem Bahübergang führte der Weg weiter in Richtung Hüttenrode.  Bis ich jedoch in Hüttenrode ankam konnte ich nachfolgende Aufnahmen  machen, die unter anderem einen schönen Blick auf den Brockengipfel zeigen.

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Nach ca. 1,5 km erreichte ich die westliche Einfahrt zum Bahnhof Hüttenrode.

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Kurz bevor ich den Bahnübergang am Bahnhof Hüttenrode erreichte konnte ich die Hinterhofidylle oben rechts ablichten.

Am Bahnübergang bog ich dann nach links ab. Vorbei an einer Pferdekopel  führte der Weg zum Platz des Hüttenroders Hundsportvereins. Diesen ließ ich rechts liegen und folgte den Weg der in einen dichten Wald führte. Im Wald bog ich nach 300m auf einen schmalen Weg nach rechts ab. Der Weg glich eher einem, von Jägern geschaffenen, Trampelpfad der zu einem Hochsitz  führt. Dem war dann auch so. Am Hochsitz wurde der Weg sehr unwegsam. Durch  hochgewachsenes Gras und dichtem Gestrüpp ging es wieder in dichtem Wald. Nach ca. 150 m  stieß ich dann auf einen breiteren Weg, den ich nach recht abbiegend folgte. Nach 200 m kam eine Lichtung. Am Waldrand angekommen traute ich  meinen Augen nicht. Irgend etwas lag dort mitten auf dem Weg. Ein totes Reh, dachte ich zunächst. Es war eindeutig ein Tier, aber für ein Reh  war es zu klein, für einen Fuchs zu groß. Leise schlich ich mich näher,  aber es bewegte sich nicht. Die Konturen wurden deutlicher. Ich sah den Kopf und dachte es sei ein Galgo oder anderer Windhund, der beim Wildern erlegt wurde. Mir stockte der Atem. Was ist das wohl? Ich klatschte laut in die Hände. Und da passierte es. Das Tier, besser die beiden Tiere  erhoben noch etwas "müde" ihre Köpfe und starrten mich verdutzt an. Als ich weiter auf sie zu ging, er- hoben sie sich und gingen langsam vor mir her, schauten sich aber immer wieder um. Es waren doch wahrhaftig zwei Mufflons, die sich in der Lichtung sonnten.

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Für einige Meter waren sie nun meine Weggefährten. In sicherem Abstand liefen sie vor mir her, blieben stehen, schauten mich an und gingen weiter. Als ich die B27 erblickte lief ich mit größeren Schritten auf die beiden Mufflons zu um sie nach rechts in den Wald zu treiben. Ich wollte verhindern, dass sie aus Panik auf die B27, die stark befahren war, liefen. Zum Glück gelang mir das dann auch.

An der  B27 angekommen passierte ich den Bahnübergang am östlichen Ortsanfang von Hüttenrode. Ich ging einige Meter in Richtung Ort und bog dann nach links ab, wo eine Gedenktafel für den ehemaligen Schranken- posten “A”  steht.

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Gemäß meiner Routenplanung, die ich auf Basis der unter Einleitung genannten Wanderkarte machte, hielt ich mich links. Doch nach 200m endete der Weg an einem abgezäunten Grundstück. Ein Weiterkommen war hier unmöglich. Also ging ich zurück zum "Posten A" und folgte den Weg,  der rechts in Richtung Sportplatz führt. Zunächst ging es am Hüttenroder Friedhof vorbei. Am Ende des Friedhofs führt der Weg dann nach links zum  Sportplatz. Hinterm Sportplatz zweigte derWeg erneut nach nach links ab. Hier war er ausgeschildert mit "1,5 km Braunesumpf". Auf idyllischem Waldweg ging es nun talwärts.

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Am Ende des Weges stieß ich dann auf den Parallelweg, den ich laut Wanderkarte bereits ab dem "Posten A" hätte erreichen sollen. Direkt an der Rübelandbahn, bei Km 8,5,  war hier ein Rastplatz eingerichtet. Hier machte ich nach dem langezogenen Aufstieg von Rübeland nach Hüttenrode eine erste größere Rast.

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Gestärkt machte ich mich auf den Weg zur zweiten Etappe. Zwar konnte ich beim Blick in Richtung Hüttenrode den Bahnübergang vor Braunesumpf  sehen, verließ mich aber auf meine Karte. So folgte ich dem Weg neben  den Gleisen talwärts. Laut Karte sollte nach dem Haltepunkt Braunesumpf ein Bahnübergang oder eine Unter- führung kommen. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, dass da was nicht stimmen konnte und ein Bahnüber- gang oder Unterquerung nicht existent sind. Dennoch folgte ich dem Wege, nicht ahnend, dass nun der land- schaftlich interessanteste Teil meiner Wanderung folgen sollte. Der Weg führte direkt ins "Braune Sumpf Tal", welches sich in südöstlicher Richtung vom Haltepunkt Braunesumpf  bis an den Ortsrand von Cattenstedt erstreckt.

Ich folgte dem Weg, der durchgängig zunächst durchdichten Wald führte.  Später wurde der Wald immer wieder durch Klippen, verlassenen Steinbrüchen mit kleineren Höhlen und kleinen Lichtungen unterbrochen.

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Da ich mich nicht mehr auf meine Wanderkarte verlassen konnte, entschloss ich mich so gegen 16 Uhr nach meinem Orientierungssinn weiter zu wandern, was sich später als richtig erwies. Nachdem ich den  Sägenmühlenteich passierte (er war in der Karte eingezeichnet) gelangte ich an eine Wegkreuzung, an der endlich ein Wegweiser zu finden war. Nur leider stand da Cattenstedt, Altenbrak, aber nicht Blankenburg. Alles Orte wo ich nicht hin wollte. Nach einigem Umschauen fand ich etwas versteckt einen weiteren Wegweiser, er sagte, dass ich mich im Nordic-Walking-Park Blankenburg-Cattenstedt befand. Hier war talwärts ein Weg nach Blankenburg ausgewiesen. Da ich aber zum Bahnhof Bast-Michaelstein musste und dieser deutlich höher liegen müsste als der ausgewiesene Weg das Ziel weiste, wurde ich misstraurig. Ich entschloss mich den nicht ausgewiesenen Weg zu folgen, der bergaufwärts führte. Und wieder hatte mein Gefühl recht. Nach 2,7 km  erreichte ich eine Anhöhe am Lutherberg, wo ich auf den Herzogsweg, der vom Schloß Blankenburg zum Ziegenkopf führt, stieß. Hier waren endlich wieder brauchbare Wegweiser. An der Wegkreuzung bog ich schraf links ab und folgte dem weiter ansteigenden Weg, der in Richtung “Ziegenkopf” wies. Nach 2 km erreichte ich endlich den Ziegenkopf, wo ich eine letzte Pause machte und den Blick über Blankenburg genoss.

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Bei klarem Wetter, wie an diesem Tage bietet sich hier oben am Ziegenkopf ein ungestörter Blick über Blankenburg. Selbst der Bahnhof Blankenburg ist in seiner Totalen sehr gut sichtbar. Ebenso kann man hier oben sehr gut die Burgruine Regenstein erkennen. Bei klarem Wetter erkennt man sogar die Silouette von Halberstadt mit Dom und Martinikirche, wie das Bild oben zeigt.

Nach der Rast ging es dann weiter in Richtung Bast-Michaelstein. Doch bis das Ziel erreicht war führte der Weg zunächst am Albert  Schneider (erster Direktor der HBE) vorbei zur neuen Brücke über die Rübelandbahn.

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Nachdem ich die Brücke überquert hatte bog ich ca. 150 m nach der Brücke rechts in einen Waldweg ein. Hier, wo der Wanderweg den Hauptweg verlässt, befindet sich in einem tiefer gelegenen Geländeeinschnitt das nordöstliche Tunnelportal des ehemaligen Bielsteintunnels, durch den die alte Zahnradstrecke der Rübelandbahn führte. Nach 200 m erreichte ich an einer kleinen Lichtung erneut die Gleise der Rübelandbahn. Hier bog der Weg zunächst nach links ab. Später machte der Weg eine große Rechtskurve bis ich nach 300 auf Gleisniveau erneut die Rübelandbahn überquerte. Auf der gegenüberliegenden Gleisseite führte der Weg nun eine Weile talwärts zur Halde, einem brachliegenden Steinbruch, an dem noch zahlreiche Relikte vergangener Tage zu sehen sind.

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Von hieraus ging es in einem weiten Bogen über den Panoramaweg für 2,5 km um die Wilhelm-Raabe-Warte herum.

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Nach 2,5 km gelangt man an eine Wegkreuzung. Während es links den Berg hinauf führt sieht man rechte eine Unterführung, die ich passierte. Es handelt sich hierbei um die Unterquerung der Rübelandbahn aus Richtung  Blankenburg kommend vor der Einfahrt in den Bahnhof Michaelstein. Nach 500 m hatte ich nun endlich mein Ziel erreicht. Pünktlich um 19:00 Uhr war ich am Auto, dass ich 9 Stunden vorher hier am Ortsrand von Bast-Michaelstein abgestellt hatte.

Ausklang

Der größte und interessanteste Teil der Wanderung war der Abschnitt durch das "Braune Sumpf Tal", das in keinem direkten Bezug zur Bahn steht.  Leider konnte ich bedingt durch die Lichtverhältnisse und dem starken  Bewuchs nicht mehr brauchbare Bilder machen. Jedem, der sich für den Erzbergbau, den Steinbrüchen und auch der wildromantischen Natur interessiert kann ich eine Wanderung durch das "Braune Sumpf Tal" nur empfehlen.

Abschließend noch der Versuch die Wegstrecke auf zu skizzieren.

Karte-Braunesumpf