Bahnbetriebswerk Eisenach - das Vorbild Bereits mit der Eröffnung des Bahnhofs Eisenach wurde das erste Bw eröffnet. Ur- sprünglich bestand es aus einem dreiständigen Rechteckschuppen, der über eine Drehscheibe mit den Hauptgleisen ver- bunden war. Aufgrund des gestiegenen Leistungs- auf- kommen wurde zwischen 1871 und 1873 ein umfangreicher Umbau durchgeführt. Un- mittelbar am Hauptbahnhof, gegenüber dem Gleis 6, mitten in der Stadt, entstand der erste Ringschuppen mit Drehscheibe. Da ein weiterer Ausbau notwendig wurde und der Platz für die umfangreichen Betriebsanlagen im Innenstadtbereich nicht vorhanden war, entschloss man sich ein neues BW im so genannten “Räuberloch” östlich des Güterbahnhofs zu errichten. Im Jahre 1922 wurde mit dem Bau begonnen. Die Inbetrieb- nahme des BW´s mit 20- ständigem Ringlok- schuppen, 27m-Drehscheibe, Wagenhalle, Ver- waltungs- und Nebengebäuden und umfang- reichen Behandlungsanlagen erfolgte 1926. Be- sonders interessant erscheint die Lokleitung, in der der Wasserturm integriert wurde. Das “alte Bw” in der Innenstadt wurde zum Betriebs- wagenwerk für Reisezug- wagen umfunktioniert und ist heute noch größtenteils erhalten. Das Bild oben zeigt den Gleisplan des Bw´s von 1939. Rechts im Bild eine Luftaufnahme des alten Bw´s in der Innenstadt (Quelle: Henning Tikwe, Eisenach ). Während des 2. Weltkrieges wurde das Bw fast vollständig zerstört. Erst 1974 begann die damalige DR mit der umfassenden Rekonstruktion des Bw´s, welche im Jahre 1980 abgeschlossen werden konnte. Bei der Rekonstruktion wurde der völlig zerstörte “dunkle” Backstein-Ringlockschuppen durch einen modernen 20 Ständigen Schuppen in Glasbauweise ersetzt. 1969 waren in Eisenach insgesamt 54 Triebfahrzeuge sationiert, unter denen noch 19 Dampfloks (überwiegend Dampfloks der BR 44) waren. 1978 befanden sich unter den 121 stationierten Trieb- fahrzeugen noch 3 Dampfloks. Die 41 1200 war die letzte planmäßig eingesetzte Dampflok des Bw Eisenach. Die Dampfloks 95 0010 und 95 0025 waren zu dieser Zeit zwar in Eisenach stationiert, kamen aber nie zu Planeinsätzen. Sie diente lediglich als Heizloks. Zur “Wende” zählte das BW Eisenach mit 149 Triebfahrzeugen seinen höchsten Lokbestand. Nach der Schließung, des 1974 zur Großdienststelle ernannten Betriebswerks mit den Aussenstellen Gotha, Vacha, Gerstungen, Mühlhausen, Bad Salzungen, Bad Tennstedt, und Bad Langensalza, im Jahre 2004 wurde das BW an das “Uwe Adams Eisenbahnverkehrsunternehmen” verkauft. Im dreiständigen Rechteckschuppen befindet sich heute das Domizil der 1983 gegründeten “IGE Werrabahn Eisenach e.V.” Das Bild Links zeigt den Ringlokschuppen mit Drehscheibe, deren zentrale Energiespeisung über ein auf der Drehbühne befindliches Portal erfolgt.
Das Gebäude der ehemaligen Wagonwerkstatt ist eine Konstruktion aus Backstein und Fachwerk. Hier hat heute die “IGE Werrabahn Eisenach e.V.” ihr Heim gefunden. Links unten im Bild steht eine V60D (345 037). Auf dem Bild unten rechts sieht man durch das geöffnete Tor auf der Rückseite die betriebsfähige 41 1144 der IGE. Frisch bekohlt wartet sie dort auf ihren nächsten Einsatz vor einem Nostalgiezug. 
 
345 037-6 vor dem Rechteckschuppen der Detailansicht des Rechteckshuppens IGE Werrabahn Eisenach e.V. 
228 578 hinter den Resten des Kohlebansens 232 471 warten auf ihren nächsten Einsatz 
Besandungsanlage mit Pumpenhaus und Vorratssilo Neue Dieseltankstelle Zwischen Güterbahnhof und Bw konnte man 2004noch die Reste der ehemaligen Aufsicht sehen. Architektonisch ist sie in der für die Region um den Thüringer Wald typischen Art gebaut. Backstein, Sandstein und Fachwerk ergeben eine sehr schön anzuschauende Kombination. Schon 2004 zeigen sich deutliche Spuren des Verfalls. Das Aufsichtsgebäude ist seit einigen Jahren bereits außer Betrieb und wird wohl auch abgerissen werden. Bahntechnische Bauwerke dieser Art sollte man restaurieren, mit neuer Technik versehen und denkmalgeschützt erhalten.
Aber auch das ist im BW Eisenach zu sehen: Ein Schrottplatz für ausrangierte und zum Teil bereits zerlegte oder gar verrottete Fahrzeuge. Neben den Resten der 52 8117 befand sich im September 2004 noch eine weitere 52er auf den Abstellgleisen hinter dem ehemaligen Ablaufberg. Aber auch Übereste der ehemals in Eisenach beheimateten V100, 228 und 232 waren hier am 01. September 2004 noch zu sehen. Auf dem Bild unten rechts ist ein Eisenbahndrehkran der Bauart EKD6 aus dem Besitz der “IGE Werrabahn Eisenach e.V.” zu sehen. 
DR-Romantik im Jahre 2004:Die alte Lokleitung, mit integrierten achteckigen Wasserturm. Zwischen der 185 157 und der 228 578 im Hintergrund sieht man die Reste des ehemaligen Kohlebansens. Rechts im Hinter- grund füllt eine 110 ihren Sandvorrat auf.
Anlässlich des 100jährigen Geburtstags des Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofs dampfte es wieder im Bw Eisenach. Während Lok 206 “Naumburg” Mitfahrgelegenheiten zwischen Hauptbahnhof und Bw bot, wurde 41 1144 der IGE für ihren Einsatz vor einem Sonderzug startklar gemacht. 


Als ich am 08 Juni 2009 nach 4 Jahren erstmals wieder Eisenach besuchte, fand ich einen grausamen Anblick des Bw´s wieder. Auch das Wetter war passen zum Anblick der sich mir bot. Es goß Bindfäden vom Himmel und war sehr stürmig. Dennoch ließ ich mich nicht abhalten das Geschehen am Bw im Bild zu dokumentieren. 
Auf den ersten Blick schien im Bw noch reges Treiben vor zu herrschen. Neben Loks der Spedition Adam, waren Loks der Railon so wie von verschiedenen privaten Bahngesellschaften im Bw zu Gast. 

Doch viel der Blick auf die Ludmiller und auf die Traditionslok V180 168. Zunächst erfreute der Anblick der etwas verstekt stehenden V180, doch dann der Blick auf den Hintergrund. “Hier fehlt doch etwas? Irgendwas ist anders!”, dachte ich mir noch. Als die Blicke dann weiter schweiften wurde klar was fehlte. Nicht nur das in der Plattenbautechnik erstellte Sozialgebäude aus den 80er Jahren war der Abrisskugel zu Opfer gefallen, vielmehr wurde auch die Lokleitung, die durch den integrierten Wasserturm ein besonderes Bauwerk war wurde Opfer des Abrißwahns. Auf den Bildern unten erkennt man noch den Schutthaufen der ehemaligen Lokleitung. 

Auch der Blick auf den Lokschuppen, in dem die IGE-Werrabahn ihr Domizil hat zeugt deutlich von den reich- lichen Bauarbeiten im Bw. Die alten Holz-Schiebetüren wurden durch Rolltore ersetzt und auch äußerlich wurde der Schuppen restauriert. 

|