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Einleitung

heidi_6Sicherlich wird der interessierte Betrachter dieser Webseiten sich fragen, wie eine Frau zum Hobby Eisenbahn und Modellbahn kommt. Nun, im Prinzip ist das alles recht einfach und ich möchte einmal versuchen, zu erklären wie es dazu kam.

Im Prinzip wurde der Virus Modellbahn mir bereits in die Wiege gelegt. Wenige Monate vor meiner Geburt beschaffte mein Vater die erste Modellbahn. Ob diese unter dem Vorwand eines Weihnachtsgeschenks für meine älteren Brüder geschah oder ob er es für sich tat, weiß ich bis heute nicht. Klar ist, dass diese kleine Anlage Jahr für Jahr wuchs. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit begab sich die gesamte Familie daran die Anlage aufzubauen. Im Februar wurde sie dann wieder in Kartons verpackt und bis zum nächsten Weihnachtsfest eingemottet. Wir Kinder freuten uns immer auf das kommende Weihnachten um dann mit unserem Vater die Anlage wieder aufzubauen. Anfang der 1970er Jahren gab es von Faller ein „Carsystem“ in H0, dass von der Technik her einer Carrera-Bahn ähnelte, jedoch waren die Fahrzeuge normale Straßenfahrzeuge. Da ich mich mehr für die schönen beleuchteten Häuser und die modellierte Berglandschaft interessiert wollte ich mit 10 Jahren dann eine solche Bahn haben um diese in die Anlage zu integrieren. Ich bekam sie nicht. Stattdessen überredete mich mein Vater mir eine eigene Eisenbahn zu Weihnachten zu wünschen. Mehr aus der Not heraus ließ ich mich überreden, was ich bis heute nicht bereute. Im Alter von 11 Jahren bekam ich dann zu Weihnachten meine erste eigene Modellbahn. Sie bestand aus einem doppelten Oval mit 6 Weichen, einem Bahnhof („Zindelstein“ von Faller)  einige Häuser. Das rollende Material bestand aus einer Schlepptenderlok der Baureihe 24 mit 4 Donnerbüchsen und einer Tenderlok der Baureihe 89 mit 4 Güterwagen.  Nachdem meine Eltern ein eigenes Haus erbauten hatten wir nun endlich auch Platz um die Modellbahn ganzjährig aufzubauen. Meine beiden älteren Brüder zeigten wenig Interesse an die die Modellbahn, so kam es, dass ich mit meinem jüngeren Bruder, der ebenfalls Weihnachten 1971 eine eigene Modellbahn bekam und auch heute noch begeisterter H0-Bahner ist, unter Verwendung des umfangreichen Materials meines Vaters eine erste “größere” Modellbahn-Anlage. Als ich dann 1976 ein Praktikum bei der DB absolvierte, brach der Virus entgültig aus. Während dieses Praktikums hatte ich die Möglichkeit, auf allen drei damals eingesetzten Traktionsarten im Führerstand einer Lok mitzufahren (BR 50, BR 290 und BR 140). Nun war auch das Interesse an die “Große Bahn” entfacht.

Bereits mit 18 Jahren verließ ich mein Elternhaus und mietete mir eine kleine Wohnung. Ich wollte mein eigenes Leben leben und auf eigenen Füssen stehen. Doch für das Hobby blieb in dieser Zeit nicht viel Geld übrig. Auch damals war Modellbahn kein preiswertes Hobby und von meinem bescheidenen Gehalt in der Ausbildung und den paar DM, die ich durch Zeitungen austragen hinzuverdiente, war es nur schwer möglich das Hobby weiter zu betreiben. Ich entschloss mich, meine Märklin-Analge zu verkaufen, konnte mich aber von den Loks nicht trennen. Diese schenkte ich dann meinem Bruder. Einige Wochen ohne Modellbahn merkte ich wie mir etwas fehlte, bis dann der Zufall es wollte doch wieder anzufangen und eine Anlage zu bauen. In einem Supermarkt entdeckte ich in der Vorweihnachtszeit 1979 die damalige “Billg-Marke” Lima in den Regalen. Ich konnte nicht widerstehen und kaufte eine erste Startpackung. Zu Hause angekommen räumte ich, in meiner bescheidenen Zwei-Raum- Wohnung, das Schlafzimmer um und begann mit dem Bau einer Anlage mit den passablen Maßen von 5x3 m.

Bedingt durch Ausbildung, Beruf und später die eigene Familie blieb mir oft keine Zeit mein Hobby zu pflegen. So kam es dann auch, dass ich über viele Jahre keine Möglichkeit hatte mir eine Modellbahn nach meinen Vorstellungen aufzubauen und meinem Hobby nachzugehen. Zwar startete ich immer wieder den Versuch mir eine kleine Anlage aufzubauen, doch scheiterten diese Versuch meist kläglich, trotz zwischenzeitlichem Wechsel von der Spur H0 auf N, am mangelnden Platz und Zeit. Es schien, als sei das Hobby in einen langen Winterschlaf gefallen, aus dem es nicht mehr richtig aufwachen wollte. Einige Jahre vergingen, in denen der Virus Modellbahn in mir weiter schlummerte, nie aber vollständig verschwand. Erst als ich mich entschloss neue Wege im Leben zu gehen, erwachte das Interesse an die Modellbahn langsam wieder aus seinem Tiefschlaf, bis dann letztendlich der unheilbare Virus erneut ausbrach.

Im Februar 2001 fuhr ich mit einer Freundin für eine Woche Urlaub an den Tegernsee. Während dieser Zeit machten wir einen Ausflug nach Innsbruck. Über den Achenpass fuhren wir vorbei am Achensee in Richtung Jenbach. Am Rasthaus Kanzelkehre machten wir Halt und genossen den Blick über das Inn- und Zillertal. Aus einer Höhe von 900m ein traumhafter Blick, als würde man auf eine Modellbahnlandschaft schauen. Dies wurde von meiner Freundin auch so ausgesprochen. Beide kamen wir ins Schwärmen. Aber es sollte noch “schlimmer” kommen. An der Anschlussstelle Achensee/Zillertal befuhren wir die Autobahn in Richtung Innsbruck. Schon nach wenigen Kilometern führt die Autobahn unmittelbar am Bahnhof von Jenbach vorbei. Meiner Freundin, im Saaletal am Fuße des Thüringer Waldes aufgewachsen, waren nostalgische Dampfloks noch aus den 80er Jahren und ihrer Jugend sehr vertraut. Wir trauten unseren Augen nicht! Während der ganzen Fahrt, vom Aussichtspunkt bis zur Vorbeifahrt am Jenbacher Bahnhof sprachen wir nur noch von dieser herrlichen "Modellbahnlandschaft" und plötzlich dieser Anblick! Da steht doch wahrhaftig ein riesiger Koloss in Schwarz neben der Autobahn. Eine Dampflok der Baureihe 44 ! Die Schwärmerei nahm kein Ende und wir fassten den Entschluss uns eine solche Landschaft in Miniatur aufzubauen. Dies war die Geburtsstunde eines seltenen Projektes.

Als wir vom Urlaub zurückkehrten, machten wir uns gleich an die Planung der Anlage. Auf 43 m² entstand eine sehr gelungene und detaillierte Modellbahn im Maßstab 1:160 (Spur N). Das äußerst Seltene an dieser Anlage bestand darin, dass diese Anlage mit zahlreichen Eigenbauten und einem, für die Spur N hohen, Detaillierungsgrad, der ausschließlich von unseren vier Frauenhänden geschaffen wurde. Sowohl Unterbau, wie auch die Landschaft und selbst die elektronische Steuerung bauten wir, ohne Rat und Hilfe männlicher Modellbahner, unsere N-Anlage.

Leider wurde bei dieser Anlage der Fehler gemacht diese nicht in Segmentbauweise aufzubauen. Auch änderten sich durch einen Umzug die Platzverhältnisse für das Hobby. Diese Veränderungen, sowie die Tatsache, dass sich meine Freundin vom Hobby Eisenbahn wieder zurückzog, führte dazu, dass ich mein Hobby alleine weiter betrieb. Ich begann mit der Planung und dem Bau einer neuen Anlage nach Thüringer Vorbildern in Segmentbauweise. Meine Vorliebe für den Thüringer Wald und Eisenach inspirierten mich zur Planung eines originalgetreuen Nachbau der Bahnhöfe Eisenach Hbf und Oberhof. Einen Teil des Ergebnisses kann man auf dieser Website betrachten.

Leider kam dann das Unerwartete. Es war erneut die Arbeitsmarktlage, die mich dazu zwang einen erneuten Wandel in meinem Leben zu vollziehen. Durch eine neue Anstellung musste ich das geliebte Heim in mitten der Berge des Thüringer Waldes verlassen. Die am Haus unmittelbar vorbeiführende historische Steilstrecke Ilmenau – Schleusingen musste ich eben so zurücklassen, wie den großzügigen Platz im Hause. Aber auch von Freunden und vielen anderen Dingen, die mir lieb und wichtig P4080020geworden waren musste ich mich trennen.

Geblieben ist die Freude an der historischen Bahn, bevorzugt im Raum Thüringen/Sachsen-Anhalt, die Liebe zur Modellbahn, wenn auch momentan Zeit und Platz für ein adäquates Projekt fehlt, sowie der Traum eines Tages den Eisenacher Haupt- und Güterbahnhof sowie des Bw´s im Maßstab 1:160 zu vollenden.

Bis dahin bau ich eine kleine Segmentanlage in Anlehnung an die Rennsteigbahn. Neben der Modellbahn beschäftige ich mich mit der Fotografie von Eisenbahnen, deren Relikte vergangener Tage sowie mit der Geschichte der Halberstadt- Blanken- burger Eisenbahn-Gesellschaft. Weitere Hobby, sind Kochen, Wandern und Skilanglauf.

Viele Grüße
Heidi