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Eisenach Hauptbahnhof

Beim Bau meiner ersten größeren Anlage machte ich den Fehler, diese nicht in Segmentbauweise auszulegen. Die ursprünglich auf  43 m²  gebaute Anlage musste vollständig demontiert werden. Zwar konnten einzelne Teile der Anlage erhalten werden, aber dennoch musste ein vollständig neues Konzept erstellt werden. So kam es zur Planung der neuen Modellbahnanlage, die der alten in nichts nachstehen soll. Diese Anlage möchten ich hier auf diesen Webseiten vorstellen. Das Bild unten zeigt eine Luftaufnahme von “Henning Tikwe”, die er mir freundlicher Weise zur Verfügung stellte, des gesamten Bahnhofs  Eisenach

EA-Bahnhof_14062008_H-Tikwe_01_O

Geplant ist der originalgetreue Nachbau des Eisenacher Hauptbahnhofes sowie der ehemaligen Betriebs- wagenwerkstatt, des Güterbahnhofs und des Bahnbetriebwerkes. Eisenach ist eine sehr schöne liebenswerte Kleinstadt, die in besonders lieblicher Landschaft gelegen, ihren ganz besonderen Reiz bietet. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes sowie das hoch über die Stadt ragende  Burschenschaftsdenkmal und die zum Weltkulturerbe gehörende Wartburg runden das Bild dieser liebenswerten Stadt am Rande des nördlichen Thüringer Waldes ab. Dieses waren auch die Gründe, die ausschlaggebend für die Wahl dieses Themas waren.

Während ich im vorherigen Projekt lediglich einen Teil der Saalfelder Gleisanlagen nachbildete, ist für das neue Projekt neben dem Nachbau des gesamten Bahnhofes auch der Nachbau einiger authentischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten geplant.

1.  Wahl der Epoche

Die geplante Anlage entspricht der Epoche 3 (1970 bis 1975) bei der Deutschen Reichsbahn. Nachzubilden ist der Verkehr innerhalb der DR sowie der Interzonenverkehr zwischen Bebra und Eisenach. Aus bestimmten Gründen, die ich hier nicht näher erläutern möchten, bezieht sich die Epochenwahl ausschließlich auf den Bahnverkehr.

2. Bahnanlagen

Wie bereits erwähnt, wurde als Hauptthema der Bahnanlagen der Hauptbahnhof Eisenach ausgewählt. Er liegt an den Bahnstrecken Eisenach - Meiningen sowie an der Hauptstrecke Erfurt - Bebra.

Zur Planung der Gleisanlage wird die Software WinRail (Version 6.0) von Gunnar Blumert eingesetzt. Sie er- möglicht es neben der detaillierten Gleisplanung auch die wichtigsten Gebäude richtig auf der Anlage zu platzieren. Zunächst war die Ausführung der Bahnanlagen ausschließlich mit dem Gleissystem von Minitrix und Roco geplant. Soweit möglich sollten vorzugsweise  Flexgleise zum Einsatz kommen. Aufgrund ver- schiedener Überlegungen erfolgt nun aber die Realisierung der Bahnanlagen mit dem Gleissystem Peco Code 55. Dieses Gleissystem besticht durch sein niedriges Schienenprofil ebenso wie durch die hervorragende Betriebssicherheit. Ein weiterer erfreulicher Aspekt sind die Kosten. So ist zum Beispiel eine 10°-Weiche incl. motorischen Antrieb um bis zu 28% günstiger als eine vergleichbare 15° Minitrix-Weiche. Dies macht sich, bei einem solchen Projekt, deutlich bemerkbar.  Auf den Strecke sollen realistisch lange Züge verkehren, was dazu führt, dass die kleinsten Radien mit 526,2 mm (entspricht R6 des Minitrixsystems) festgelegt wurden. Diese kommen ausschließlich in den Bahnhöfen zum Einsatz. Auf den freien Strecken werden die Radien mittels Flex- gleisen so konzipiert, dass sie optisch realistisch langgezogen wirken. Der kleinste Radius beträgt hier 680 mm. In allen Anlagenteilen kommen nun ausschließlich schlanke 10°-Weichen zum Einsatz. Da die Schattenbahn- höfe nur in eine Richtung befahren werden, werden in den Ausfahrten 10°-Weichen ohne Antrieb und Rück- stellfedern eingebaut. Die Weichenzungen werden so umgebaut, dass sie durch die Loks selbständig in die korrekte Position gedrückt werden und die nachfolgenden Wagen problemlos die Weichen passieren können. Der Fahrbetrieb wird mittels epochengerechter Formsignale gesteuert. Geplant ist der Einsatz der Viessmann- Formsignale. Die Aufstellung der Signale erfolgt, soweit möglich, originalgetreu nach dem damals gültigen Signalbuch der DR.

Entsprechend dem Anlagenthema wird neben dem Hauptbahnhof mit dem angegliederten Bww auch der Güterbahnhof, die Blockstelle Höpfen sowie das BW Eisenach, das sich heute im Besitz der Spedition Adam befindet, nachgebaut werden. Alle Gleisanlagen werden entsprechend dem Gleisplan von 1977 originalgetreu nachgebaut. Der Hauptbahnhof ist so zu konzipieren, dass alle Personenzüge in voller Länge an den Bahn- steigen 2 und 3 halten können. Der Einsatz realistischer Züge von bis zu 12 ungekürzten D-Zug Wagen fordert eine Nutzlänge der Bahnsteiggleise von mindestens 220 cm. Diese Vorgabe ist nicht gerade unproblematisch, wenn man ausschließlich 10° Weichen einsetzt. Der gesamte Platzbedarf für den Hauptbahnhof mit Bahnhofs- vorfeld, Güterbahnhof und Betriebswerk beträgt bei dieser Vorgabe schnell eine Gesamtlänge von mehr als 10 m. Bei der Gleisführung des Gesamtplanes wurde darauf geachtet, dass die Züge nicht im üblichen Kreisver- kehr verkehren. Als Lösung dieser Aufgabenstellung wird ein Verlauf der Strecken mit drei  Schattenbahnhöfen und Kehrschleifen entsprechend dem folgenden Schema zum Einsatz kommen:

Schema1
Während der darzustellenden Epoche waren am 01.01.1979 in Eisenach zwar nur noch 3 Z-gestellte Dampf- loks (41 1200, 95 0010 und 95 0025) stationiert, dennoch waren immer noch häufig Dampfloks aus Erfurt, Arnstadt, Meinigen, Nordhausen und vor den Fernzügen gar Loks aus Dresden, Leipzig Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) und Berlin in Eisenach zu sehen.  Aus diesem Grund waren 1977 noch alle Behandlungs- anlagen für Dampfloks vorhanden. Dementsprechend ist ein Bahnbetriebswerk für Dampflokomotiven vor- zusehen. Die Dampflokära endete in Eisenach am 02.06.1978 mit der Z-stellung der 41 1200.

bwea1977

1977 besaß das BW Eisenach keinen Ringlokschuppen. Während des 2. Weltkrieges wurde dieser vollständig zerstört. Erst 1979/1980 wurde der heutige Ringschuppen, im Rahmen der Rekonstruktion des Bw´s, erbaut. Auf der Modellanlage soll versucht werden, den ursprünglichen Ringlokschuppen im Modell nachzubauen.

Zwischen den Jahren 1951 und 1978 waren die Lokomotiven der Baureihen 38, 39, 41, 44, 55, 58, 92, 93,
94, 95, V60, V180, V200, 100, 101, 102, 105, 106, 110, 118, 120, 189, 132. Den höchsten Lokbestand verzeichnete man im Jahre 1979 mit insgesamt 149 Fahrzeugen. 1978 waren im Bestand des BW Eisenach 121 Fahrzeuge gelistet. Darunter befanden sich unter anderem die beiden einzigen 95er, die je in Eisenach stationiert waren. Die 95 0010 und 95 0025 kamen jedoch nicht mehr zum planmäßigen Einsatz. Sie dienten lediglich dem BW als Heizloks.

3. Streckenverlauf

44vor_der_WartburgIn Eisenach teilt sich die vom Hauptbahnhof kommende Strecke in Richtung Westen etwa in Höhe August-Bebel- Straße, kurz vor dem Haltepunkt Eisenach West. Währ- end die eine Strecke über Eisenach West, Herleshausen und Gerstungen weiter Richtung Bebra bzw. Bad Hersfeld  führt, zweigt die andere Strecke hier in Rich- tung Förtha ( Werratalbahn, weiterführend nach Bad Salzungen und Meiningen) ab. An dieser Strecke befand sich noch in den 80er Jahren die Blockstelle Höpfen, die ebenfalls nachgebildet werden soll. Sie ist in Eisen- bahnerkreisen bekannt, weil unweit von ihr die Aufnahmen mit dem Eisenacher Wahrzeichen, der Wart- burg, im Hintergrund entstanden. Das Bild links zeigt die 44 1486-9 vor der Wartburg. Rechts im Bild ist die ehemalige Blockstelle Höpfen zu sehen. Heute steht dieses Gebäude nicht mehr. An dieser Stelle möchte ich mich bei dem Fotografen, einem Hamburger N-Bahn- Kollegen, bedanken, der mir dieses Foto freundlicher- weise zur Verfügung gestellt hat.

Der Streckenverlauf der Anlage spiegelt andeutungs- weise dem Originalverlauf wieder. Während die Strecke in Richtung Westen zunächst durch den Haltepunkt Eisenach West zum Schattenbahnhof “Gerstungen” führt, zweigt die Strecke in Richtung Förtha kurz vor dem Haltepunkt ab. Sie führt direkt in den Förthaer Tunnel und führt weiter zum Bahnhof Oberhof, der ebenfalls nach Orignialgleisplan nach gebaut werden soll. Hinter dem Bahnhof Oberhof führt die Strecke zweigleisig weiter in den Brandleitetunnel. Hier befindet sich der Schattenbahnhof “Meiningen”.Vom Schattenbahnhof “Meiningen” aus verläuft die Strecke eingleisig weiter durch eine wunderbare Traumlandschaft, den Thüringer Wald in 1:160.

In Richtung Osten führt die Strecke zunächst am Bahnbetriebswerk vorbei durchs Hörseltal bis Wutha- Farnroda, bevor sie dann in den Schattenbahnhof “Gotha” mündet.

Alle Schattenbahnhöfe werden so ausgelegt, dass sie nur von einer Seite befahren werden. Ausfahrende Züge kehren dann über Kehrschleifen zurück zum Hauptbahnhof. Auf diese Weise wird ein realistischer Verkehr mit zurückkehrenden Zügen gewährleistet. Die Auslegung der Gleislängen in den Schattenbahnhöfen erfolgt so, dass alle Gleise über die gleiche Nutzlängen verfügen. Dies hat zur Folge, dass alle Züge auf beliebige freie Gleise “geparkt” werden können. Jeder der beiden Schattenbahnhöfe der Hauptstrecke soll über mindestens 10 Wartegleise verfügen. Die Gleislängen sind für den längsten verkehrenden Zug ausgelegt. Auf der Strecke Eisenach - Meinigen verkehren verhältnismäßig weniger und kürzere Züge. Die Gleislängen betragen dort in beiden Schattenbahnhof  160 cm pro Gleis. Die Nutzlängen der beiden Schattenbahnhöfe der Hauptstrecke betragen 240 cm.

4. Landschaftskonzept

Die sichtbaren Strecken sollen in einer lieblichen Berglandschaft verlaufen. Hierzu bildet gerade der Thüringer Wald ein passendes Vorbild. Besonders die Region um Eisenach bietet zahlreiche Vorlagen für eine solche Landschaft. In Richtung Oberhof und “Meiningen” führt die Strecke unterhalb der Wartburg vorbei an der Blockstelle Höpfen zum Förthaertunnel. Das Werratal und die Werratalbahn werden nicht dargestellt. Ab dem Förthaertunnel soll der mittlere Thüringer Wald dargestellt werden. In Richtung Osten führt die Strecke durchs Hörseltal bis Wutha-Farnrode, bevor sie in den Schattenbahnhof “Gotha” mündet.

5. Städtekonzept

Während auf der alten Anlage die Stadt überwiegend aus handelsüblichen Bausätzen gefertigt wurde, kommen nun Eigenbauten nach original Vorbildern zum Einsatz. Alle Eigenbauten entsprechen Eisenacher Vorbildern. Historische und denkmalgeschützte Bauwerke, wie das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes, das Nikolaitor mit Nikolaikirche, das Rathaus, das Burchenschaftsdenkmal, die alte Stadtapotheke, das Bach-Haus sowie weitere authentische Gebäude sollen maßstabsgetreu nach gebildet werden. Letztendlich soll auch das Wahr- zeichen der Stadt die Wartburg nachgebildet werden. Da die Wartburg erhaben über die Stadt steht, wird diese im Maßstab 1:220 nachgebaut werden. Natürlich ist es nicht möglich die ganze Stadt korrekt im Modell nachzubilden, aus diesem Grund wird die Stadt nur andeutungsweise aufgebaut. Die Gebäude werden so platziert, dass sie dem Vorbild weitestgehend entsprechen. Dies bedeutet, dass auch Straßen entsprechend dem Vorbild modelliert werden. Da die Eisenacher Straßenbahn bereits im Dezember 1975 ihren Betriebeinstellte, werden lediglich vereinzelt Gleisreste der Starßenbahn nachgebildet. Auf den folgenden Bilder sind einige der geplanten Gebäude zu sehen.

EISENACH_ALTE_STADTAPOTHEKE  EISENACH_BACHHAUS

Links im Bild die Stadtapotheke, die u.a. auch als einer der Drehorte für die bekannte Fernsehserie “Familie Dr. Kleist” diente. Rechts im Bild das Bachhaus, das heute als Museum dient und an das Leben und Werk des in Eisenach geborenen Johann Sebastian Bach erinnert. EISENACH_LUTHERDENKMAL

EISENACH_RATHAUS 

 

 

 

 

 

 

Das Alte Rathaus mit angebautem Neubau. Rechts im Bild das Luther-Denkmal am Karlsplatz. Die beiden Bilder unten zeigen das Nikolaitor und die Nikolaikirche. Durch das Nikolaitor gelangt man
vom Karlsplatz in die Bahnhofstraße.

BLICK_VOM_KARLSPLATZ_AU2

 

EISENACH_NIKOLAIKIRCHE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WARTBURG_04

Die Wartburg, das Wahrzeichen von Eisenach darf bei einem solchen Projekt natürlich auch nicht fehlen.

350_METER_UBER_EISENACH_DAS

Und auch das 1902 eingeweihte und 33m hohe Burschenschaft-Denkmal an der der 351m hohen Göpelskuppe wird nachgebildet werden. Bilder vom denkmalgeschützen Empfangsgebäude findet man auf den Vorbildseiten unter Hbf Eisenach.