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Streckenverlauf 

Der Hauptbahnhof liegt an der  2-gleisigen Hauptstrecke (Fulda -) Bebra - Erfurt (- Leipzig/Dresden). 1977 führte die Strecke in westlicher Richtung (im Plan links) über Förtha nach Gerstungen und Bebra. Die Direktver- bindung Eisenach-Gerstungen wurde erst zum 01. Juni 1991 wieder in Betrieb genommen. Diese Strecke zweigt kurz vor der Haltestelle Eisenach West in Höhe der Hospitalstraße ab. Der Haltepunkt Eisenach West wurde von der DR im Regelbetrieb nicht mehr mit Zugrelationen bedient. Ab Förtha verlief die Strecke eingleisig weiter nach Gerstungen. Ebenso in Förtha verlief dann die 2-gleisige Hauptstrecke (die Werratal- bahn) in Richtung Süden weiter über Bad Salzungen nach Meiningen. In Wernshausen teilte ich die Strecke dann erneut. Während die Werratalbahn weiter in Richtung Meiningen verlief, zweigte in Wernshausen die Strecke über Zella-Mehlis und Oberhof nach Arnstadt ab. In östlicher Richtung führt die Hauptstrecke über Wutha-Farnroda nach Gotha und weiter nach Erfurt.

Für eine Modellbahnanlage ist es sehr schwer einen Originalgleisplan so wie die Strecken an denen der Bahnhof liegt vorbildgetreu nach zu bilden. Nicht zuletzt aus Platzgründen muss man oft gewisse Kompromisse eingehen. So bin auch ich, bei meiner ersten Planung, bereits einige Kompromisse eingegangen. Auf der neuen Anlage soll nicht nur eine Stadt mit einem größeren Bahnhof dargestellt werden. Vielmehr ist es mein Ziel Bahnhof und Strecke in eine natürlich wirkenden Landschaft unterzubringen, ohne die Anlage mit Gleisen zu überladen. Auf langen Strecken mit eleganten Bögen sollen die Züge durch die typische Landschaft der Region Eisenach fahren. So wird die alte Strecke nach Bebra bis zum kurz hinter dem brachliegenden Haltepunkt Eisenach West nachge- bildet werden.

Von der Abzweigung aus führt die Hauptstrecke hinauf in den Thüringer Wald. Bevor die Strecke in den Förthaer-Tunnel, der in verkürzter Version dargestellt werden soll, führt passieren die Züge die Blockstelle Höpfen, die ebenfalls nachgebildet werden soll. Diese Blockstelle ist den Eisenbahnfans bestens bekannt. Unweit von ihr ent- standen zahlreiche Fotos mit dem Wahrzeichen der Stadt Eisenach, die Wartburg, im Hintergrund. Unmittelbar hinter dem Förthaer Tunnel, der den Rennsteig unterquert, wird der Bahnhof Förtha nachgebildet werden. Hier zweigt die eingleisige Strecke nach Gerstungen ab. Da 1977 lediglich 10 Zugeinheiten zwischen Eisenach und dem Westen Deutschlands verkehrten, wurde diese Strecke nur eingleisig betrieben. Im Modell wird die Strecke in einem Schattenbahnhof “Gerstungen” münden, der in eine Kehrschleife eingebaut wird. Vom Bahnhof Oberhof aus gelangt man über den Brandleitetunnel zum Schattenbahnhof “Meiningen”. Von hier aus treten die Züge dann auch wieder ihre Rückreise nach Eisenach an.

Um einen attraktiven Fahrbetrieb auch auf der Hauptstrecke zu ermöglichen, wurde für die Strecke in österlicher Richtung (im Plan rechts) eine ca. 10 m lange Paradestrecke vorgesehen. Sie führt zunächst am Bahnbetriebswerk Eisenach durch das Hörseltal, dem Bahnhof Wutha-Farnroda und mündet dann in den Schattenbahnhof Gotha, der ebenfalls wieder als Kehrschleife ausgelegt wird.

Hauptbahnhof Eisenach

Eigentlich ist, aus Sicht der Bahn, Eisenach kein strategisch wichtiger Bahnhof. Dennoch verfügt Eisenach über sehr umfangreiche Bahnanlagen, die auf die ortsansässige Automobilindustrie (früher Wartburg- Werke, heute Adam Opel AG) aber auch auf die politische Bedeutung zur Zeit des Kalten Krieges zurückzuführen sind. Eisenach war, zur Zeit der DDR, zwar nicht Grenzbahnhof, aber der erste von wenigen Bahnhöfen, auf denen auch die Interzonenzüge der Deutschen Bundesbahn hielten. Zudem hatte Eisenach politisch und wirtschaftlich eine große Bedeutung, die darauf zurückzuführen ist, dass Eisenach zum Zonenrandgebiet gehörte und eine der wenigen “größeren Städte” war, die in unmittelbarer Grenznähe zur BRD lagen. Aber auch zur Zeit der Preußen Könige und der Weimarer Republik hatte Eisenach aufgrund seiner hohen Kultur und seiner Industrie eine wichtige Rolle im Bahnverkehr. Von seiner Bedeutung zeugt auch das Empfangsgebäude aus dem Jahre 1902. Da in Eisenach zu dieser Zeit sehr viel Hochadel verkehrte, wurde u.a. um 1904 das Empfangsgebäude um den “Fürstenbahnhof” erweitert. Dieser Anbau diente nach dem zweiten Welt Krieg als Postamt. Heute steht das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz und wurde 1994 von der UNESCO, neben zahlreiche andere Bauten der Stadt, zum Weltkultur Erbe erklärt. Bilder vom Empfangsgebäude findet man unter “ Vorbild - Eisenach”.

Die Bilder unten zeigen den Originalplan von Eisenach in seinem Zustand vom September 1977 und 1939. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Thüringer Eisenbahnverein für die freundliche Unterstützung bei der Beschaffung der Originalpläne bedanken. Dank des Engagements und der Kontakte des Vereinsvorstandes war es  möglich die Originalpläne zu beschaffen.

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Das Bild oben zeigt den Entwurf des Hauptbahnhofes. Im Vergleich zu einem früheren Entwurf wurde bei dem hier gezeigten Gleisplan darauf geachtet, dass die Gleise im Bahnhof entsprechend dem Vorbild leicht ge- schwungen dargestellt werden. Leider kommt dies im Plan nicht ganz so rüber wie bei den im Bau befindlichen Segmenten. Die Bahnsteiggleise wurden so geplant, dass ihre nutzbaren Längen exakt dem Maßstab 1:160 ent- sprechen. So beträgt z.B die Nutzlänge des Gleis 8 1,8 m. Im Original beträgt die Nutzlänge 287,5 m (gemessen von der westlichen Stirnseite des Bahnsteigs bis zur Weiche in östlicher Richtung). Sehr interessant sind auch die weiteren Bahnanlagen. Die Drehscheibe rechts vom Empfangsgebäude diente lediglich zum Wenden der Dampf- lokomotiven aus Meiningen bzw. aus Bebra. Diese wurden zum Wenden oder Behandeln nicht ins BW gefahren. Der Ringschuppen oben im Bild, ist nicht etwa das Bahnbetriebswerk von Eisenach. Es ist ein Relikt aus der Länderbahnzeit um 1850 (Thüringische Eisenbahngesellschaft), das zur Werk- und Ausbildungshalle umfunk- tioniert wurde und zum Bahnbetriebswagenwerk (Bww) gehört. Heute befinden sich in einem Teil des Ring- schuppens eine Getränkehandlung, und andere Geschäfte. Aber auch eine der Eisenacher Ausbildungsstätte der Bahn war dort noch bis 2001 untergebracht. Heute sind in Eisenach keine Dienststellen der Bahn vorhanden auch Reisezugwagen sind in Eisenach nicht mehr stationiert.

Bahnbetriebswerk Eisenach

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Bildquelle: Henning Tikwe

Das Bahnbetriebswerk Eisenach wurde mit der Eröffnung des Bahnhofes im Jahre 1847 von der Thüringischen Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit waren zahlreiche Lokomotiven in der Betriebswerk- stätte Eisenach, die dem Betriebswerk Erfurt angegliedert war, stationiert. Dies machte umfangreiche Lokbehand- lungsanlagen notwendig. Ebenso war eine Lokwerkstatt vorhanden, in der noch bis in den 80er Jahren des 20ten Jahrhundert kleinere Reparaturen durch geführt wurden. Noch bis Ende der 50ziger Jahre waren ausschließlich Dampfloks im BW Eisenach stationiert. Doch bereits im Jahre 1965 zeichnete sich der Wandel ab. Am 1. Januar 1965 zählten folgende Baureihen zum Eisenacher Bestand: BR 41 (8), BR 44 (16), BR 58 (6), BR 93 (8), BR 94 (5), V 60 (1). In den Jahren zuvor kamen noch vor Personenzüge die BR 38 (4) und, BR 39 (12) zum Einsatz, die ebenfalls in Eisenach stationiert waren. Am 01. Januar 1978 zählten noch 3 Dampfloks (1x BR 41 und 2x BR 95) zum Eisenacher Bestand. Während die eigentliche Dampflokära bereits für den Planverkehr im Jahre 1971 endete  kam das endgültige aus der “schwarzen Riesen” mit der z-Stellung der 41 1200 am 02.06.1978. Zwar dienten hier noch die Loks 95 0010 und 95 0025 als Heizloks, kamen aber nicht mehr zum Einsatz vor Zügen. Auch heute dampft es noch, dank der IGE Werrabahn, im BW Eisenach. Während sie mit ihren Maschinen zahlreiche Sonderfahrten veranstaltet, fahren in den Wintermonaten noch Planmäßige Nostalgiezüge von Eisenach nach Oberhof  und Arnstadt in den Thüringer Wald. Heute befindet sich das BW Eisenach in Privatbesitz. Neben einem in Eisenach ansässigem Transportunternehmen hat hier heute auch die IGE Werrabahn ihr Zuhause gefunden, während die Bahn nur noch über ein Nutzungsrecht der Behandlungsanlagen verfügt. Das Bild unten zeigt das BW Eisenach im Zustand von 1939.

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Das Bild oben zeigt das Bahnbetriebswerk von 1974 in vollem Umfang. Leider ist auf diesem Bild der 18-ständige Ringlokschuppen nicht dargestellt. Er wurde erst um 1980 neu aufgebaut. Entsprechend dem zwischenzeitlichen Traktionswechsel kann man im Vergleich der beiden Originalpläne von 1974 und 1939 erkennen, wie sich auch die Behandlungsanlagen gewandelt haben. Das Bild unten zeigt den Entwurf des Gleisplans für das BW.

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Obwohl im Jahr 1977 in Eisenach selbst keine Dampfloks stationiert waren, so waren dennoch häufig Dampfloks der Baureihen 01 und 03 (BW Dresden, BW Leipzig und auch Saalfeld) sowie die Baureihen 41, 44, 86 und 94 (BW Arnstadt, BW Nordhausen und BW Meiningen) in Eisenach zu Gast. Auch die Arnstädter Loks der Baureihe 65 waren gelegentlich in Eisenach zu sehen.

Güterbahnhof Eisenach

Während der Personenbahnhof zu DDR-Zeiten überwiegend mit Nahverkehrszügen bedient wurde um die Werks- tätigen der Eisenacher Industrie  zu befördern, erhielt der Güterbahnhof eine wesentlich höhere Aufgabe. Neben der Verladestation für die in Eisenach ansässigen “VEB Automobilwerk Eisenach” wurde aus dem Güterbahnhof ein bedeutender Stückgutknoten insbesondere im Güterumschlag mit dem Westen. Aber auch Waren wie Holz, Kali, Kalk und Erz wurde in Eisenach umgeschlagen. Demzufolge erhielt Eisenach einen für eine Kleinstadt erheb- liche Güteranlage, in der täglich bis zu 60 Güterzüge abgefertigt wurden. 1984 belief sich der täglich Warenaus- gang auf nahezu 1000 Wagen (Stückgut und Ganzzüge). Wie die Gleispläne von 1977 und 1939 zeigen, gab es in den fast 40 Jahren kaum Änderungen an den Gleisanlagen.

eagbf_orig

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Der obere Gleisplan zeigt den Güterbahnhof im Zustand vom September 1977. Der Gleisplan darunter zeigt den Zustand von 1939 inkl. der Industrieanschlußgleise.

Bahnhof Oberhof

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Der Bahnhof Oberhof liegt im Modell 300 mm höher als der Hauptbahnhof. Das Vorbild liegt an der Strecke Suhl - Arnstadt. Von Zella-Mehlis kommend gilt es zunächst eine Steilrampe mit einem Höhenunterschied von 175 mm zu überwinden. Die maximale Nutzlänge der Bahnsteiggleise beträgt im Modell 168 cm. Unmittelbar hinter den Bahnsteigen führt die Strecke weiter durch den Brandleitetunnel in Richtung Arnstadt. Das besondere an diesem Bahnhof ist seine Lage. Der Bahnhof liegt ausserhalb vom bekannten Wintersportort Oberhof “eingekuschelt” zwichen Bergen. Während sich die Abstellgruppe auf dem gleichen Niveau befindet wie die Bahnsteiggleise, be- ginnt direkt am Bahnsteig das Gefälle in Richtung Suhl bzw. Zella-Mehlis. Bedingt durch die engen Platzver- hältnisse (beim Vorbild), ist die Abstellgruppe aus Richtung Zella-Mehlis nicht direkt zu erreichen. Das Bild unten zeigt den Originalplan von Oberhof aus dem Jahre 1935. Das zweite Gleis in Richtung Suhl wurde nach dem 2. Weltkrieg durch die russischen Besatzer als Reparationsleistung demontiert. Bis heute wurde es nicht wieder aufgebaut.

Oberhof