Oft steht man vor dem Problem: Was tun, wenn am Rande einer Anlage eine Straße verläuft, an der eigentlich Häuser plaziert sein müssten? Nun dafür gibt es ja von diversen Herstellern einige Halbreliefbauten, doch leider passen diese nicht immer zum Anlagenthema oder zur dargestellten Landschaft. Handelsüblich Halbreliefe stellen Meist Stadthäuser oder Industriebauten dar. Vor genau dieser Problematik stand auch ich nun bei meiner Anlage ”Rennsteigbahn”. Da die Straße vom Ort hinauf in die Berge führt, aber dennoch zum Ort gehört brauchte ich Bauten, die dem Stil des Ortes angepasst waren. So entstand die folgende Idee und Bastelarbeit. Ausgangsmaterial bildete der Vollmer-Bausatz N 7646. Die beiden Giebelseiten sowie die Grundplatten habe ich mit einem Skalpell und Stahllineal halbiert. Anschließend wurden die Wände so verklebt das zwei separat stehende Halbreliefs entstanden. Nach dem die Wände verklebt waren, wurden die Fenster, ohne Scheiben, von hinten eingeklebt. Auf die Frontseite klebte ich dann die Fenster- und Türverzierungen auf. Natürlich passt diese glänzende Kunststoffoberfläche nicht wirklich zu einer ländlichen Ortschaft in der DDR der 70er Jahre. Nachdem die Dachhälften aufgeklebt sind, wurde die Patina vorbereitet. Hierzu wurden alle bis hierher zusammen geklebten Gebäudeteile mit tief schwarzer Farbe gestrichen. Wichtig hierbei ist, dass die Farbe satt aufgetragen wird und in jede Fuge verläuft.  |
Anschließend wurden verschieden Farbtöne in spezieller Pinseltechnik solange aufgetragen, bis der typische braun-gräuliche Einheitsputz der DDR erreicht wurde. Hier bei ist es wichtig, nie zuviel Farbe am Pinsel zu haben. Die Pinsel werden nur kurz in die Farbmischung eingetaucht und dann solange abgetupft, bis kaum noch Farbe am Pinsel ist. Verwendet habe ich Borstenpinsel mit langen, aber harten Borsten aus dem Künstlerbedarf. Die Farbe wird dann mit "weichen" Pinselstrichen in unterschiedlichen Richtungen aufgetragen. Wichtig ist, dass man die Farben relativ dick aufträgt um eine realistische Putzstruktur zu erhalten. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin die unteren Farben nicht vollständig zu überpinseln, da sonst die Maserungen der Farben und somit die Schattierungen verloren gehen. Abschließend streicht man mit leicht kreisenden Bewegungen mit schwarz über die Fassaden. Idealerweise benutzt man hierzu einen weichen Pinsel, der fast trocken sein muss. Die Kreisbewegungen müssen so ausgeführt werden, dass die Pinselborsten kaum spürbar die Fassade berühren. Zum Abschluss werden einige weiße Tupfer aufgebracht (Vogeldreck). Das nachfolgende Bild zeigt das vorläufige Ergebnis.  |
Nach dem Trocknen der Gebäude werden nun die Scheiben angeklebt, die Gardienen angebracht und die Beleuchtungsmaske eingeklebt. Anschließend werden die Dachgauben und Anbauteile in gleicher Weise vorbereitet und mit dem Gebäude verklebt. Die beiden Bilder unten zeigen die fertigen Halbreliefe in einer Stellprobe auf der Anlage.
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