Der Bahnhof Michaelstein (früher Bast-Michaelstein) gehört zur Rübelandbahn und ist als Spitzkehren Bahnhof ausgelegt und befindet sich auf einer Anhöhe 1 km vom Ort entfernt im Wald. Mit einer Länge von 450 m verfügt der Bahnhof Michaelstein, für die kleinen Orte Bast, Oesig und dem Kloster Michaelstein (heute gehören alle drei Orte zur Stadt Blankenburg/Harz) über recht lange Bahnsteigegleise. Wegen der recht langen Güterzüge auf der Rübelandbahn wurden die Gleis 1960 im Rahmen eines Ausbaus des Bahnhofs verlängert. Ebenso wurde ein Schutzgleis eingebaut und der Bahnhofskopf mit so genannten Bremsprellböcken ausgerüstet. Nach einem Gleisplan von 1925 gab es ein kleines Empfangsgebäude am Bahnhof.
Heute sind, bei genauer Betrachtungen und Beobachtungen auf dem Weg zum Bahnhof noch Relikte der ehemaligen Bahnbauten, die um 1970 abgerissen wurden, zu erkennen. Die beiden Bilder unten zeigen Fundamentsreste des ehemaligen Empfangsgebäude.
In dem Buch “125 Jahre Rübelandbahn” ist noch ein Bild des Empfangsgebäudes aus dem Jahre 1962 vorhanden. Mir persönlich liegen noch zwei weitere Bilder vom Februar 1966 vor. Leider habe ich nicht die Genehmigung erhalten auch diese Bilder hier zu präsentieren.
(Quelle: Dirk Endisch, 125 Jahre Rübelandbahn, Sammlung W.Steinke)
Neben einigen kleinen technischen Bauten befindet sich hier heute lediglich noch das Gebäude des Stellwerks, dass aber seit der Umstellung auf das Zugleitsystem ebenfalls nicht mehr in Betrieb ist und folglich auch nicht besetzt ist. Der heutige Gleisplan sowie die Betriebsanlagen entsprechen heute weitestgehend der unten dargestellten Skizze.
Am 07. April 2010 machte ich eine kleine Wanderung von Blankenburg zum Bahnhof Michaelstein, den ich vollständig umwanderte. An der Einfahrt des Bahnhof befindet sich eine doppelte Gleisverbindung (in Modellbahner- kreisen auch “Hosenträger” genannt). Das untere Gleis führt von Blankenburg aus in einer Steigung von 33 0/00 in den Bahnhof, während das obere Gleis mit gleicher Steigung aus dem Bahnhof in Richtung Rübeland führt. 1960 wurden, im Zuge eines Umbaus des Bahnhofs die Gleise an den Bahnsteigen auf eine Nutzlänge von 450 m verlängert. Bei dieser Baumaßnahme wurde u.a. die Schutzweiche und das Ziehgleis (im Gleisplan rechts oben) eingebaut. Ebenso wurde der starre Prellbock des unteren Gleisstumpfs als Bremsprellbock ausgelegt. Der neue, zweite, Prellbock wurde ebenfalls als Bremsprellbock ausgelegt.
Südlich, westlich und nördlich ist der Bahnhof von Bergen eingeschlossen. Da die Wege auf der westlichen Seite dem ansteigenden Berg folgen, ergaben sich von diesem Weg sehr schöne Blicke auf den Bahnhof und über diesen hinweg ins Tal.
Die Nachfolgenden Bilder entstanden bei der Wanderung.
Im Bild links zieht Lok 185 640 der Hvle (Havelländichen Eisenbahn) einen Kalkzug aus Rübeland kommend aus den Bahnhof in Richtung Blankenburg, während Lok 285 001 den gleichen Zug nachschiebt. Die Gesamte Strecke wird in der Regel mit Schublok befahren.
Während das Bild rechts einen Blick vom Stellwerk aus in Richtung Bahnsteiggleises zeigt, ist im linken Bild die Bahnhofseinfahrt aus Richtung Blankenburg zusehen. Die Bahnsteiggleise liegen in einem Bogen, so dass kein vollständiger Blick auf die Gleise möglich ist.
Auf dem Linken Bild ist die Rückseite des Stellwerks zusehen. Das Bild rechts zeigt das westliche Portal der Unterführung des Wanderweges am nördlich gelegenen Bahnhofskopfs. Bei meiner Wanderung kam ich aus östlicher Richtung. Bevor es durch die Unterführung geht hat man hier einen schönen Blick auf das Kloster Michaelstein und die Berge im Nord-Westen von Blankenburg.
Biegt man auf der Westseite der Unterführung nach links ab und geht weiter auf dem Weg bergaufwärts, so erhält man Blicke über die gesamte Bahnanlagen.
Aber auch Blicke in die Natur kommen hier oben auf dem Berg nicht zu kurz.
Das Linke Bild zeigt die Burgruine Regenstein, die man über dem Dach des Stellwerks entdecken kann. Auf dem Bild recht ist die alte Kaiserwarte zu sehen, die sich auf dem Eichenberg befindet, der an der Südseite dem Bahn- hof gegenüber liegt. Die Wilhelm-Raabe-Warte, wie sie heute heißt, ist eine der ältesten noch existierenden Kaiser- warten Deutschlands. Sie wurde 1896 erbaut und ist seit 1996 der Öffentlichkeit als Aussichtsturm zugänglich.
Im Laufe der Wanderung konnte ich dann noch einmal die beiden Loks 185 640 und 285 001 mit einem Leerzug nach Rübeland ablichten.