Winterliche Wanderung von Blankenburg/Harz nach Drei Annen Hohne
Am Morgen des 07. Januar 2010 machte ich mich auf um der tief verschneiten Rübelandbahn einen Besuch ab zu statten. Ausgangspunkt war der Bahnhof Blankenburg, den ich zunächst erkundete. Gerade war ein LINT 27 des Harz- Elbe-Express aus Halberstadt kommend in den Bahnhof eingefahren. Während der LINT-Triebwagen sich auf die Rückfahrt über Halberstadt nach Magdeburg vorbereitete wartete an Gleis 3 Lok 232 609-8 der Railion auf ihren Einsatz. Am Späten Nachmittag sollte sie im Nordteil des Bahnhofs einen Kalkzug aus Rübeland übernehmen.
Gegenüber vom Stellwerk entdeckte ich einen der beiden in Blankenburg abgestellten legendären Holzroller. 171 002 stand hier mit den Wagen des Traditionszuges abgestellt. Die Schneemassen der letzten Nacht sorgten
Auch an diesem Tage für reges Treiben am Bahnhof um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Immer wieder mussten die technischen Einrichtungen der Weichen von Hand freigelegt werden. Auf dem Rückweg zum Auto machte ich noch einen Schnappschuss von der ehemaligen Bahnhofsaufsicht und vom Bahnhofskopf.
Nun ging es weiter in Richtung Hüttenrode. Den Bahnhof Michaelstein lies ich zunächst einmal links liegen. Da er als Spitzkehren-Bahnhof etwas besonderes darstellt, werde ich ihm eine separate Seite widmen. Vor Braunesumpf über- quert die Rübelandbahn die B27. Hier legte ich einen Stop ein und erkundete die Strecke in Richtung Hüttenrode auf Ski. Gerade auf diesem Streckenabschnitt wird deutlich, welche Anstrengungen die Züge auf der Strecke aufbringen müssen um die Steigungen zu überwinden. Die beiden nachfolgenden Bilder geben imposant einen Eindruck über den Verlauf der Strecke, die sich gerade im tief verschneiten Winter höchst interessant zeigt.
Bevor es nun zum Bf Hüttenrode ging, passiert man den Bahnübergang vor der Ortseinfahrt von Hüttenrode. Hier befand sich bis März 2007 auch der “Posten A”. Aufgrund einer Begebenheit, unmittelbar nach der Wiederver- einigung Deutschlands, wurde für den “Posten A” eine Erinnerungstafel, mit dem Schild des Postens aufgestellt, die eine Geschichte zum Schmunzeln erzählt. Bei der Vergrößerung des Bildes kann man diese Geschichte, nicht ohne zu Schmunzeln, nachlesen.
Am Bf Hüttenrode angekommen ging es zunächst vorbei am Stellwerk B1. Der Blick entlang der Gleise zeigt, wie fest der Winter den Bahnhof eingenommen hatte. Besonders an der vereisten Oberleitung lässt sich die Kälte im Winter 2010 erkennen.
Auf Halberstrecke zwischen Hüttenrode und Neuwerk überquert die Rübelandbahn erneut die B27, bevor sie in den 307m langen Krumme-Grube-Tunnel einfährt. Nach dem Verlassen des Tunnels geht es über den 99 m langen und 26 m hohen Krockstein-Viadukt, dem Wahrzeichen der Rübelandbahn. Unmittelbar nach dem Viadukt wird dann noch der 90 m lange Nebelholz-Tunnel durchfahren. Vorbei am Haltepunkt Neuwerk geht es weiter nach Rübeland (Tropfsteinhöhle). Der ursprüngliche Bahnhof Rübeland wird, seit dem Umbau der Strecke im Jahre 1930, nicht mehr bedient. Ab 1931 wurde er ausschließlich für Rangierzwecke benutzt. Heute liegt die Bahnanlage brach und verfällt zunehmend.
Am Bahnhof Rübeland Tropfsteinhöhle angekommen konnte ich Lok 185 640-0 der hvle ablichten.
Nun ging es weiter nach Elbingerode, wo ich am Ortsrand in Richtung Drei Annen Hohne das Auto abstellte. Von hier aus machte ich mich auf Ski über die ehemalige Trasse der Stichstrecke Elbingerode - Drei Annen Hohne auf den Weg nach Drei Annen Hohne. Hier konnte ich die zur Ruine verfallen Reste des ehemaligen Regelspurbahn- hofs ablichten. In dem Gebäude befand sich noch bis zur Stilllegung der Strecke ein Mitropa-Restaurant, das für seine gute Harzer Küche bei Eisenbahnern und Gästen der Siedlung bekannt war. Schade, dass man solche Bauten dem Verfall überlässt. Ebenso konnte 185 641 (Bild links) mit einem Güterzug im Bahnhof Rübeland abgelichtet werden.
Nach diesen Eindrücken von der Rübelandbahn und der ehemaligen Stichstrecke nach Drei Annen Hohne ging es wieder, jedoch nicht ohne noch einmal am Bahnhof Blankenburg vorbei zu schauen, zurück nach Halberstadt. Zum Abschluss des Tages konnte ich in Blankenburg noch einmal Lok 232 609 ablichten, die im Nordteil des Bahn- hofs bereitstand ihre Leistung in Richtung Halberstadt zu befördern. Ebenso konnte ich 294 889 der Relion ablichten die gerade einen Zug nach Blankenburg brachte. Im Bw stand dann auch noch der Schneepflug 970 5023 (Bauart Meiningen W) für den Winterdienst bereit.