Die Rübelandbahn - Spurensuche Am 08. Mai 2010 machte ich mich auf, um an der ehe- maligen Trasse der Rübelandbahn nach Spuren und Relikt vergangener Tage zu suchen. Ziel war der Strecken- abschnitt zwischen Hüttenrode und Rübeland. Ohne größere Anstrengungen war die Trasse schnell gefunden. Mit dem Auto fuhr ich von Blankenburg aus über die heutige B27 in Richtung Rübeland. Zwischen Hüttenrode und Neuwerk befindet sich, unmittelbar hinter der ersten Unterführung der Strecke, ein Parkplatz, von dem man schnell zum Blauen See gelangt. Hier parkte ich und machte mich von hieraus zu Fuß auf den Weg um die ehemalige Trasse von Hüttenrode bis Rübeland zu erkunden. Ab der obengenannten Unterführung verlief die ehemalige Trasse rechts neben der Straße (in Fahrtrichtung Rübeland) entlang. Wenige Meter von der Brücke entfernt befand sich einst der Steinbruch Garkenholz. Hier verlief die Strecke unmittelbar an dem ehemaligen Kalkwerk vorbei. Ebenso muss hier ein Ab- zweig ins Werk existiert haben. Einiges in der Vegetation spricht dafür. Dort wo einst die Trasse verlief liegt heute ein Parkplatz der den Besuchern des Blauen Sees dient. Auf dem Weg zum Blauen See findet man einige Relikte, die für einen Gleisanschluß sprechen. So ist hier zum Bei- spiel rechts und links des Weges unverfehlbar ein Mauerwerke zu finden, die deutlich einst als Brückenköpfe dienten. Folglich muss hier eine Überführung über die Gleise des Anschlusses geführt haben, während die eigentliche Trasse einige Meter südlich auf einen Bahndamm verlief, der heute noch auf einer längeren Strecke vorhanden ist.

Wenn man schon einmal hier ist, darf man sich besonders im Frühjahr nicht den Blick auf den Blauen See ent- gehen lassen. Hier einige Bilder vom Blauen See. 


Nach ca. 100 m erblickt man auf der gegenüber liegenden Straßenseite, die hier wieder parallel zur Trasse verläuft, einen Stolleneingang im Fels. Nach weiteren 100 m entlang der Trasse endet diese abrupt. Hier über- querte die ursprüngliche Trasse den "Petersgrund" bei Neuwerk. 
Auf den beiden Bildern oben sind der nördliche und der südliche Brückenkopf, bei genauer Betrachtung noch recht gut auszumachen. Blickt man hier entlang der Straße in Richtung Hüttenrode, so erkennt man links im Bild die, mit Bruchstein, abgemauerte Bahntrasse. 
Auch die Maste der Telefonleitung sind hier noch deutlich zu erkennen. Hier überquerte ich nun den Wildbach und stieg zum Brückenkopf auf. Von hier aus führt, auf der ehemaligen Trasse, ein Trampelpfad in Richtung Neuwerk. 
Entlang des Pfades entdeckt man immer wieder Reste von Mauern, die das abfallende Gelände zur Bahntrasse hin abstützen. Nach ca. 200 m gelangt man an eine Tafel, die an die ehemalige "Kreutzmühle" aus der Zeit des Eisenerzbergbaus in der Region, erinnert. Nach ca. weiteren 200 m erblickt man nun das nordöstliche Tunnel- portal des einstigen Bismarck-Tunnels. 

Es fehlt nicht viel um zu erkennen, wie sehr der Zahn der Zeit an dem Portal genagt hat. Links neben dem Tunnelportal führt ein schmaler Pfad den Berg hinauf. Hier beginnt ein Treppenaufstieg, der hinauf zum westlichen Kopf des Krockenstenviadukts führt. Mein Weg führte hier weiter die Treppen hinauf. Als ich gerade weiter wandern wollte, kamen 185 640 und 185 641 mit einem VTG-Ganzzug aus Rübeland zurück. 

Der weitere Weg führte über dem Nebelsholz zum Haltepunkt Neuwerk an der heutigen Trasse. 

Hier führt eine Treppe hinunter in den Ort. Am Ende der Treppe stößt man wieder auf die alte Trasse. Geht man nach links entdeckt man bereits nach wenigen Metern das westliche Tunnelportals des Bismarck-Tunnels. Deutlich ist oberhalb des Portals noch die Umfriedung zu erkennen, in der sich noch bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Büste von Otto Graf von Bismarck befand. 
Nun ging es zurück in Richtung Neuwerk. Entlang der ehemaligen Trasse führt ein schmaler Trampelpfad, der an der heutigen B27 endet. Unmittelbar gegenüber befand sich die Einfahrt in den alten Rüberländer Bahnhof. 
Er wird heute nicht mehr bedient. Obwohl der Bahnhof und die Anlagen vom Verfall gekennzeichnet sind, befindet sich hier ein Denkmal, welches es so nicht mehr gibt. Im restaurierten Lokschuppen des Bahnhofs steht die einzigste erhaltene Lok der “Tierklasse”. Sie, die “Mammut”, ist zugleich die älteste Lok ihrer Gattung. Jeden letzten Samstag im Monat ist sie zu besichtigen.
Westlich vom Bahnhof stoßen alte und neue Trasse wieder aufeinander. Bis 2005 wurde der alte Rübeländer Bahnhof noch als Güterbahnhof genutzt. Hier wurden Züge der Felswerke zwischen geparkt und zusammengestellt. 
In östlicher Richtung zweigte ein Anschluß zum Diabas Steinbruch über einem kleinen Viadukt, über die Bode, ab. Der Abzweigt führte über den heutigen Parkplatz und durchfuhr den Diabas Tunnel. Die Bilder unten zeigen das nördliche und südliche Tunnelportal in ihrem heutigen Zustand. 



Entlang der Straße durch Neuwerk verlief der Gleisanschluß weiter zum Diabaswerk am Ende der Ortschaft. Weitere Relikte der ehemaligen Trasse findet ihr unter Braunesumpf, Bf Rübeland, Michaelstein und Rübeland- Impressionen.
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